Das ist der schwierigste, emotionalste und persönlichste Blogartikel, den ich je geschrieben habe.
Am 9. Februar 2023 hat sich mein Leben verändert. An diesem Tag wurde bei meinem Mann ein Hirntumor diagnostiziert. So wie er war, hat er auch gegen die Krankheit gekämpft: Mutig, tapfer, optimistisch, in unerschütterlichem Glauben an sich selbst und an Gott. Und doch war der Krebs stärker. Vor einigen Tagen hat er seinen irdischen Lebensweg vollendet. Mit 47 Jahren.
Die letzten Monate haben mir alles abverlangt. Auch Martin war selbständig und zu der menschlichen kam die wirtschaftliche Herausforderung. Ohne die Hilfe von Familie und Freund*innen sowie meinen tiefen Glauben hätte ich weder die eine noch die andere geschafft. Gott sei Dank habe ich viele wunderbare, unterstützende Menschen um mich.
Auch beruflich kann ich auf ein großartiges Netzwerk zugreifen. Das hat mir ermöglicht, zeitgerecht Vorkehrungen zu treffen, um sowohl meine Klient*innen als auch die Auszubildenden, die ich in absehbarer Zeit unterrichten hätte sollen, gut betreut zu wissen.
Martin auf seinem letzten Weg zu begleiten war die größte Aufgabe meines bisherigen Lebens. Ich habe ihn unterstützt, seine Unternehmertätigkeit so gut wie möglich zu beenden. Ich habe mich mit Ämtern, Behörden und Banken rumgeschlagen. Ich habe Verträge, Kredite und Verkäufe gecheckt. Ich habe meine Arbeit so gut ich konnte weitergeführt, habe beraten und unterrichtet.
Ich habe erlebt, wie vieles, was unsere Beziehung ausgemacht hat, vom Krebs zerfressen wurde. Ich habe erlebt, wir mein geliebter Partner unerträgliche Schmerzen erleiden musste. Ich habe erlebt, wie mein Fels in der Brandung, der er seit 16 Jahren war, schwächer und schwächer wurde, bis nichts mehr von ihm übrig war.
Ich habe funktioniert. Ich bin stolz auf mich und was ich die letzten acht Monate geleistet habe. Nun bin ich am Ende meiner Kräfte. Ich werde mir eine Auszeit nehmen, um zu trauern, die Geschehnisse zu verarbeiten und mich neu zu sortieren.