Vom G-Punkt hat wohl jeder schon mal gehört. Doch wussten Sie, dass diese sensible Stelle auch zur Ejakulation fähig ist? Das war lange Zeit nicht bekannt und ist auch heute noch ein heikles Thema. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Wissenschaft bis ins 20. Jahrhundert den weiblichen Orgasmus in Frage stellte.

„Dietmar* und ich hatten vor kurzem recht wilden Sex. Ich war leicht beschwipst und hab alle Hemmungen fallen gelassen. Danach fiel mir auf, dass das Leintuch ziemlich nass war. Kann es sein, dass ich derart die Beherrschung verloren habe, dass ich mich angepinkelt habe? Ich hatte während dem Sex eh schon so einen Druck auf der Blase!“

Sandra* wirkt beschämt, als sie mir vor diesem Erlebnis erzählt. Die ganze Sache ist ihr sehr peinlich. Muss es nicht! Sandra hat ejakuliert. Jawohl, wir Frauen können das auch!

Dieses Wissen ist nicht neu. In vielen Kulturen gilt „der Freudenfluss“ als natürlich, in manchen sogar als heilig. Weibliche, ejakulierende Statuen finden sich in zahlreichen indischen Tempeln. Altgriechische Philosophen und Wissenschaftler erwähnten die weibliche Ejakulation in ihren Werken. Im Japan des 16. Jahrhunderts wurde diese sogar in der Kunst abgebildet – in aufwändigen Holzschnitten sieht man dort Männer, die das Ejakulat ihrer Frauen mit einem Gefäß auffangen.

In der westlichen Gesellschaft war man dafür nicht so offen. Bis ins späte 20. Jahrhundert hinein wurde die weibliche Ejakulation fälschlicherweise mit einem spontanen Urinabgang als Folge eines durch den Orgasmus bedingten Kontrollverlusts über den Blasenschließmuskel erklärt.

1672 schilderte der niederländische Arzt Regnier de Graaf die weibliche Ejakulation in seinem Werk über die weiblichen Geschlechtsorgane und wies auch auf eine besonders sensible Zone im Bereich der vorderen Scheidenwand hin, die er mit der Prostata des Mannes verglich.

1880 berichtete Alexander Skene, ein schottisch-stämmiger und in den USA tätiger Gynäkologe und Augenarzt, über zwei Drüsen in der Harnröhre, welche anschwellen und eine Flüssigkeit ausstoßen können. Er war allerdings der Ansicht, dass sie keine Funktion hätten. Die Drüsen werden als Paraurethral- oder Skene-Drüsen bezeichnet.

1950 beschrieb der deutsche Gynäkologe Dr. Ernst Gräfenberg in einem Artikel nicht nur diese, später nach ihm benannte Zone, sondern auch die „Prostata feminina, deren Drüsengewebe bei sexueller Stimulation Sekrete produziere und es in der Folge zu mehrschübigem, pulsierendem Ausstoß kommen könne“.

Mittlerweile gehen Forscher*innen davon aus, dass zwischen zwei Flüssigkeiten unterschieden werden muss. Beim sogenannten „Squirting“ tritt bei sexueller Erregung tatsächlich eine größere Menge Urin oder wässriger Urin, der zum Teil auch mit Prostataflüssigkeit versetzt sein kann, aus der Harnröhre aus. Hiervon zu unterscheiden ist die weibliche Ejakulation. Diese ist dem Sekret der männlichen Prostata, das Teil der männlichen Spermaflüssigkeit ist, sehr ähnlich.

Was passiert nun genau bei der weiblichen Ejakulation?

Die weibliche Prostata ist ein schwammartiges Gebilde mit über 40 Gängen und Drüsen, das die Harnröhre umschließt. Bei Stimulation der G-Zone schwillt dieses Gewebe stark an und in den Skene-Drüsen links und rechts der Harnröhre bildet sich Flüssigkeit. Bei hoher Erregung und/oder beim Orgasmus kann es sein, dass die Skene-Drüsen diese Flüssigkeit abgeben – und die Frau ejakuliert. Die Flüssigkeit ist eher milchig und die Menge geringer als beim Sqirt.

Die Zahlen über ejakulierende Frauen sind widersprüchlich. In den 60er-Jahren gingen Masters und Johnson von einem Prozentsatz von 4,7 aus, neuere Studien hingegen sprechen von bis zu 54%. Viele Frauen ejakulieren und wissen es nicht.

Welche Flüssigkeit es bei Sandra auch immer war – bei ihr ist alles in bester Ordnung. Alle ihre Körperflüssigkeiten sind ok und es gibt keinen Grund, sich zu schämen!

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*Namen geändert

 

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