Wieso schämen sich Frauen für etwas, das früher oder später alle weiblichen Wesen betrifft? Obwohl die Hälfte der Weltbevölkerung alle vier Wochen blutet, ist das Thema Menstruation immer noch tabubehaftet. In der Werbung wird das „Blut“ in hellblauer Farbe dargestellt. Freundinnen reichen einander Tampons unter dem Tisch, als würden sie mit Drogen dealen. Und viele Menschen – Frauen ebenso wie Männer! – haben viel zu wenig Ahnung, was im Körper einer Frau überhaupt vor sich geht.

Der Menstrual Hygiene Day wurde im Jahr 2014 von der Organisation WASH United ins Leben gerufen, um mehr Aufmerksamkeit auf das Recht aller Frauen auf hygienische Menstruationsversorgung zu lenken und Bewusstsein über die Bedeutung von Monatshygiene zu schaffen.

Besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern werden Mädchen während ihrer Menstruation aus der Schule genommen und haben dadurch einen enormen Bildungsrückstand. Manchmal liegt es nur daran, dass Mädchen keinen Zugang zu Hygieneartikeln haben und dass getrennte Toiletten oder Waschmöglichkeiten in der Schule fehlen. In einigen Kulturkreisen gibt es allerdings auch Stigmatisierung durch die Gesellschaft oder die Religion, die soweit führen kann, dass Mädchen und Frauen während ihrer Periode nicht am sozialen Leben teilhaben dürfen, weil sie als „unrein“ gelten.

Während viele Mädchen und Frauen also keine Möglichkeit haben, ihre Menstruationshygiene sicher zu stellen, werden Hygieneprodukte in anderen Ländern der Welt als „Luxusartikel“ besteuert, wogegen es immer mehr Proteste und Petitionen gibt. Im März 2016 war die „Tampon-Steuer“ auf Initiative Großbritanniens sogar Thema eines EU-Gipfels. Mit dem Ergebnis, dass die Staats- und Regierungschefs die Absicht der EU begrüßten, „Mitgliedstaaten die Möglichkeit zu geben, die Mehrwertsteuersätze für Hygieneprodukte auf null zu setzen“.

Glücklicherweise haben wir hierzulande Zugang zu Hygieneartikeln, Toiletten und fließendem Wasser. Dennoch gibt es auch bei uns noch viel zu tun – zum Beispiel eine bessere Aufklärung darüber, was im Körper von Frauen vorgeht, eine Enttabuisierung der Menstruation und somit einen offeneren Umgang mit dem Thema.

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