Das ist ein Gastbeitrag von Jessica. Als Sexcoach bei Lustlaut verhilft sie molligen und kurvigen Frauen zu mehr Selbstliebe und einem selbstbestimmten Sexleben.

Cellulite an den Oberschenkeln. Falten im Gesicht. Fettpolster überall. Wer einen kritischen Blick in den Spiegel wirft, findet schnell einige Stellen, die „hässlich“ an sich sind. Und gegen jeden dieser Makel hat die Kosmetikindustrie mehrere Produkte parat, die einen glatten, jugendlichen Körper vom Himmel versprechen. Genauso wie bei Diätpillen liegt doch der Gedanke nahe: Wenn es was bringen würde, sähen längst alle Frauen so aus.

Über 80 % aller Frauen haben Cellulite. Und zwar völlig unabhängig vom Gewicht. Die ersten Falten bekommt man schon in der Jugendzeit. Also wer sagt eigentlich ständig, dass sowas schlimm sein muss? (Spoiler: Die Wirtschaft – der Gewinn mit unseren Komplexen ist gigantisch!)

Wir Frauen machen uns ständig Sorgen, ob wir gut aussehen, besonders im Bett. Und gerade dort ist es am wenigsten hilfreich. Wie können Sie sich auf Ihren Partner einlassen und die Lust genießen, wenn Sie sich Sorgen um den Gesichtsausdruck, entblößte Speckrollen und Dehnungsstreifen machen? Vielleicht schämen Sie sich auch so sehr, dass Sie sich kaum bewegen und die Lust nicht wirklich fließen kann.

 

Was bedeutet es überhaupt, selbstbewusst zu sein?

Selbstbewusstsein wird in der Gesellschaft gerne mit selbstsicherem, dominantem Auftreten gleichgestellt. Es ist aber viel mehr, wenn man das Wort mal auseinandernimmt.

Selbst bewusst meint eben auch, dass man weiß, wer man als Person ist. Selbstbewusst ist nicht unbedingt jemand, welcher in einem Raum die volle Aufmerksamkeit bekommt, sondern wer sich selbst authentisch zeigt.

Es geht also darum, sich so im Bett zu zeigen wie Sie wirklich sind – und die Selbstsicherheit kommt automatisch.

 

So werden Sie selbstbewusst im Bett


1. Werden Sie sich selbst bewusst

Was macht Sie als Menschen aus? Fragen Sie sich, wo Ihre Stärken liegen. Und Ihre Schwächen. Was Sie an sich und Ihrem Körper mögen. Was Ihr Körper für Sie und den Partner leisten kann. Wie er Lust spürt und verschafft. Wo Ihre sexuellen und emotionalen Grenzen liegen und wie weit Sie deswegen gehen möchten. Aber auch wo Ihre Unsicherheiten liegen.

So können Sie ganz selbstsicher sagen:
„Ich habe XY noch nie gemacht, kannst du mich anleiten?“
„Das ist mir zu viel.“
„Ich würde gerne dies oder jenes mal probieren.“

Es geht nicht darum, alles zu können, zu wissen. Sie sind ein Mensch und Ihr Gegenüber auch.

 

2. Stoppen Sie das Gedankenkarussell

Wir alle kennen sie: Die fiesen Gedanken, welche unsere Nervenzellen überfluten können. Diese Gedanken können uns so beschäftigen, dass wir förmlich einen Kampf in unserem Kopf ausführen. Aber davon gehen sie auch nicht weg.Wenn Ihre negativen Gedanken überhandnehmen, hilft Ihnen eine kleine Übung, die ich in einer Meditation kennengelernt habe:

Stellen Sie sich vor, Ihre ganzen Gedanken sind wie Autos auf einer belebten Straße. Manche sind schneller, andere langsamer. Es gibt ganz viele gleiche Autos und ein paar Exoten. Der Strom reißt nie ab. Und Sie stehen am Rand der Straße und schauen zu.

Durch diese Rolle können Sie auch Ihre negativen Gedanken wahrnehmen und einfach weiterziehen lassen. Sie laufen keinem Gedanken hinterher, werten nicht, sondern sind lediglich der Beobachter.

Je öfter Sie diesen Schritt nach außen mache,n desto weniger ziehen Sie Ihre Gedanken in die Tiefe. Ihre negativen Gedanken gehören zu Ihnen. Aber sie machen Sie nicht aus.

 

3. Liebe geht durch den Magen – Sex durch den Kopf

Ist das widersprüchlich zu dem vorherigen Punkt? Nein, denn den gesamten Kopf „abschalten“ wird nicht viel bringen. Sämtliche Nervenbahnen (auch die von Klitoris und Vagina) laufen im Kopf zusammen. Hier erst wird das Feuerwerk produziert. Ihr Körper leitet diese nur weiter. Es soll sogar Frauen geben, die mit ihren Gedanken einen Orgasmus auslösen können.

Das heißt: Lustvolle Gedanken oder erotische Fantasien sind durchaus erwünscht im Bett. Sie helfen uns, so richtig in Stimmung zu kommen und dadurch fühlen wir uns und wirken sexy. Sie sind unsere gedanklichen Stimuli.

 

4. Ihr (Sex-)Partner interessiert sich nicht für Ihre Makel

Viele von uns haben Angst, sich dem Sexpartner nackt und hemmungslos zu zeigen. Die Pfunde tauchen aber nicht spontan auf, wenn Sie sich ausziehen. Er hat Sie vorher schon gesehen. Und irgendwas muss ja gefunkt haben, dass es so weit kam. Wenn Ihr Partner wirklich Wert auf schlanke Frauen und faltenfreie Gesichter legt, wäre es sicher nach dem ersten Date vorbei gewesen.

Was Sie auch nicht vergessen sollten: Sie sind Ihr größter Kritiker. Kein anderer Mensch wird Sie so negativ sehen wie Sie sich selbst. Denken Sie doch mal an die Situationen, wo Sie einem Freund oder einer Freundin von Ihren Makeln erzählt haben. Die fanden es bestimmt nicht so schlimm, oder?

Mein Mann mag seinen Hintern z.B. überhaupt nicht. Zu groß, unmännlich und rund. Und ich liebe ihn, weil er so schön kuschelig ist und man ihn hervorragend „behandeln“ kann.

Also was ist, wenn Ihr (Sex-)Partner das ganz anders sieht und vielleicht genau die Stellen mag, die Sie an sich hassen?

Was uns am Ende doch am meisten anzieht (mit Ausnahme eines reinen Sexdates) ist die Persönlichkeit, der Charakter, die Ausstrahlung einer Person. Und die wird nicht durch dicke Oberschenkel geformt. Wenn Ihr Partner das nicht erkennt, sollten Sie sowieso das Weite suchen.

 

5. Die passende Atmosphäre

Es braucht manchmal Zeit, bis man so mutig und selbstbewusst ist, sich ohne Hemmungen im Bett hinzugeben. Es gibt aber ein paar kleine Kniffe, um sich das leichter zu machen. Sie können einfach die Stimmung anpassen.

Im halbdunklen Kerzenschein sieht jeder Mensch deutlich sexyer aus als im Licht einer Kaltweiß-Lampe. In unserem Schlafzimmer haben wir beispielsweise nur warme, etwas dunklere LED-Hängelampen und keine hellen Deckenfluter. Auch ein schönes Negligé kann Ihnen helfen, sich wohler zu fühlen und mehr fallen zu lassen. Oder ihm die Augen verbinden? Es ist alles erlaubt, was es Ihnen leichter macht. Und dann jedes Mal einen Schritt weiter. Aber bitte knipsen Sie das Licht nicht aus. Ihr Partner will Sie schließlich auch in Ihrer Lust sehen.

 

Fazit

Selbstsicher im Bett zu sein ist für viele mollige Frauen eine Herausforderung. Ich habe selbst Jahre dafür gebraucht und daher ist die wichtigste Transformation für Sie: Machen Sie sich klar, dass Sie nicht perfekt sein müssen und lassen Sie die negativen Gedanken gehen! Gehen Sie jedes Mal ein Stückchen weiter aus Ihrer Komfortzone und Sie werden staunen, wo Sie hinkommen.

„Die kürzeste Antwort auf etwas ist, es einfach zu tun.“

Hemingway, Ernest (US-amerikanischen Schriftsteller)

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