Das ist mein Beitrag zu einer Blogparade des Online-Wechseljahre-Magazins Lemondays. Den ganzen Oktober beschäftigen sich fast 60 Expertinnen aus den verschiedensten Bereichen mit dem Thema Bye Bye Traumfigur? Wie geht das mit dem Wohlfühlgewicht ab 40 oder 50?

Wer mich kennt oder meinen Blog schon länger verfolgt, weiß, dass ich mein halbes Leben mit – oder besser gegen – meinen Körper gekämpft habe. Ich ließ ich mich von meiner Waage tyrannisieren und machte mir selbst das Leben schwer. Ich war ein dickes Kind und eine Außenseiterin. In der Pubertät nahm ich zwar ab, doch ich war nach wie vor gefangen in meinen negativen Glaubenssätzen. Ich hatte null Selbstbewusstsein und von sexy fühlen konnte keine Rede sein. Es war ein langer, oft schmerzvoller Weg, bis ich die Waage aus meinem Leben schmiss und mich so akzeptierte, wie ich bin.

Mein genaues Gewicht kenne ich nicht, aber ich habe seit Jahren die gleiche Kleidergröße. Meist weiß ich ganz genau, warum die Hose zwickt. Dann geh ich ein bisschen bewusster mit mir um, bis ich mich wieder wohl fühle. Zumindest war das bis vor 2,3 Jahren so. Seither bin ich, aktuell 47, im Wechsel. Anfangs konnte ich es gar nicht glauben, dafür war es mir viel zu früh. Das war meinem Körper allerdings egal! Plötzlich waren sie auch in meinem Kleiderschrank, die kleinen Tierchen, die heimlich die Klamotten enger nähen – vor allem am Bauch! Meine Figur veränderte sich und das ging mir gehörig gegen den Strich.

Aus verschiedenen Gründen geht das mit dem Abnehmen in den Wechseljahren nicht mehr so leicht. Es ist möglich, erfordert allerdings Disziplin. Ich habe für mich eine Entscheidung getroffen: Ich will mein Leben genießen. Ich will Sport machen, weil er mir Spaß macht. Ich will meinen heiß geliebten Aperol Spritz ebenso trinken wie meinen täglichen Café Latte. Und auch mal was naschen. Denn das gehört für mich zum Wohlfühlen dazu. Wie sagt Heike Specht so schön: Wohlfühlgewicht ist das Gewicht, das sich bei mir wohl fühlt.

In meine Praxis kommen viele Frauen in den Wechseljahren. Oft ist ihnen die Lust abhanden gekommen. Dafür sind selten die Hormone alleine verantwortlich, meist spielt das seelische Befinden eine große Rolle. Nun hadern ja viele Frauen im Klimakterium extrem mit ihrem Körper. Weil er fülliger wird, Hitzewallungen produziert und die Schleimhäute austrocknen lässt. Und da gibt’s es einen direkten Zusammenhang mit der Lust, denn keine lustlose Frau fühlt sich sexy! Wer sich wohl, schön und begehrenswert fühlt, hat höchstwahrscheinlich auch Lust auf Sex. Wer seinen Körper nicht mag, sich nicht attraktiv und somit nicht erotisch findet, ist meist lustlos. Daher arbeite ich mit beinahe jeder Klientin an der FrauenKörperLiebe. Denn sie ist die Basis, um Sex genießen zu können!

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für mich, dass es vielen Frauen nur darum geht, wie sie aussehen, nicht jedoch, wie sie sich fühlen. Körperbild statt Körpergefühl scheint die Devise zu sein. Nur so ist es erklärbar, wie sehr Frauen sich quälen; ihrem Körper Lebensmittel zuführen, die ihnen nicht gut tun; sich Essgewohnheiten aneignen, die ihnen nicht entsprechen; Sport betreiben, der ihnen keinen Spaß macht und so weiter und so fort. Wer so daran gewöhnt ist, etwas zu tun, was ihr gar nicht entspricht, tut das oft auch beim Sex. So wie Schönheitsideale propagiert werden, werden uns ja auch Idealbilder von Sexualität vorgesetzt. Und darin spielen „perfekte“ Körper meist eine große Rolle. Kein Wunder, dass viele Frauen Angst vor dem Alter haben, sich nicht mehr begehrenswert fühlen und neidisch auf jüngere und vermeintlich attraktivere Damen schielen.

Dabei haben Studien ergeben, dass Männern schlaffe Haut und Falten ziemlich egal sind, wenn die Frau Sex-Appeal hat. Und wann hat eine Frau Sex-Appeal? Wenn sie sich in ihrem Körper wohl fühlt. Wenn sie selbstbewusst ist. Wenn sie einen positiven Zugang zu ihrer Lust hat. Und dabei geht es nicht darum, High Heels und roten Lippenstift zu tragen, nur weil das allgemein als sexy gilt. Mein Anliegen ist es, mit meinen Klientinnen gemeinsam heraus zu finden, was es für sie ganz persönlich heißt, erotisch zu sein. Da können die Wechseljahre durchaus eine Chance sein. Viele Frauen setzen sich in dieser Zeit erstmals mit ihrer Sexualität auseinander. Und entgegen der allgemeinen Meinung blühen viele dann erst so richtig auf! Es hat viele Vorteile, keine 20 mehr zu sein. Wir wissen jetzt, dass körperliche Reize und schnelle Befriedigung nicht alles sind und dass Sexualität auch eine tiefere Ebene haben kann. Es geht nicht mehr darum, irgendwelchen Erwartungen zu entsprechen und möglichst oft Sex in den abenteuerlichsten Stellungen zu haben. Qualität statt Quantität ist angesagt.

Und noch ein ganz wichtiger Appell: Wir müssen uns selbst liebevoll behandeln! Was Frauen über sich selbst denken, würden sie niemals zu einer Freundin sagen! Ständige Selbstkritik, Komplimente nicht annehmen oder abschwächen, das Gefühl, nicht schön, schlank oder jung genug zu sein … Schluss damit!
Egal, in welchem Alter – unser Körper darf unser Freund sein! Dieser ewige Kampf kostet so viel Energie. Energie, die wir viel besser dafür einsetzen können, um liebevoll mit uns umzugehen, Frieden mit unserem Körper zu schließen und der Traumfigur den Stinkefinger zu zeigen!

Was ist denn überhaupt eine Traumfigur? Die Modelmaße 90-60-90? Kurven wie Kim Kardashian? Ist das wichtig und wenn ja – wem? Mein Traum ist, dass jede Frau sich mit ihrer Figur wohl fühlt. Das ist allerdings momentan ziemlich unrealistisch,  würden doch unglaubliche 51% ein ganzes Jahr auf Sex verzichten, wenn sie dafür schlank werden würden! Für mich als Sexualberaterin eine erschütternde Studie … und Ansporn zugleich. Mit meinen diversen FrauenKörperLiebe-Projekten (Vorträge, Workshops, Onlinekurs, Beratungspakete) will ich so viele Frauen wie möglich dabei unterstützen, mit ihrem Körper Frieden zu schließen. Denn es ist höchste Zeit, dass wir etwas verändern. Mit wir meine ich uns Frauen. Dass wir aufhören, unrealistischen Schönheitsidealen hinterher zu laufen und anfangen, uns so zu akzeptieren, wie wir sind. Uns selbst und uns gegenseitig nicht mehr runtermachen. Statt über unser Gewicht über unsere Erfolge, statt über Diäten über unsere Gefühle zu reden. Für mehr Selbstvertrauen, Zufriedenheit und Lebensfreude!

Wenn Sie Unterstützung dabei brauchen, vereinbaren Sie gleich einen Termin für ein unverbindliches Informationsgespräch! Ich bin gerne für Sie da. Von Frau zu Frau.

Im Rahmen der Blogparade möchte ich Ihnen noch einen wunderschönen poetischen Beitrag von Künstlerin Ursula Hunke, einen sehr persönlichen Artikel von Violeta Labella und eine berührende Geschichte von Silke Steigerwald ans Herz legen.
Last but not least die Erfahrungen von Lotta Frei, die ihren Körper im Swingerclub lieben gelernt hat!

 

 

 

 

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